Neu-Bringhausen und Alt-Bringhausen

Mit dem Abschluss der Bauarbeiten 1914 an der Edertalsperre kam das Ende für Alt-Bringhausen. Siebzig Familien ( 450 Menschen) verloren Ihre Heimat, Höfe in die sie viel Arbeit investiert hatten, und  fruchtbares Ackerland.

Alt-Bringhausen wurde vom Wasser des Edersees überflutet. Von 1500 ha Gemarkung gingen 560 ha verloren.

                         Alt-Bringhausen (Foto Karl Witte)                               Dorfmitte Alt-Bringhausen (Foto Karl Witte)

   Alt-Bringhausen, blick Richtung dem heutigem Scheid (Foto Karl Witte)    Die letzten Häuser (Foto Karl Witte)

               Denkmal Alt-Bringhausen                                                              Zur Erinnerung an das Dorf
                                                                                                                           Bringhausen
                                                                                                                        1196 gegründet
                                                                                                                1914 vom Edersee überflutet

                                      16 Familien gründeten auf einer Anhöhe das neue Dorf Bringhausen.

                                           Gründerfamilien                                 Aufbau Neu-Bringhausen (Foto Karl Witte)
 
Beck Louis, Beck Wilhelm, Bracht Wilhelm, Brüne Wilhelm, Finke Friedrich,
Fuchs Heinrich, Geitz Karl, Göbel Friedrich, Höhle Wilhelm, Maurer Heinrich,
Meissner Heinrich, Peuster Elisabeth, Rabe Christian, Rabe Friedrich, Seibel Konrad,
Süring Friederike und Unzicker Christian.

Die restlichen Bringhäuser verteilten sich in alle Himmelsrichtungen. Die meisten Bringhäuser arbeiteten im Forst und der Landwirtschaft. Aufgrund der außergewöhnlichen Lage von Bringhausen, umgeben vom Edersee und Nationalpark, begeistern  sich viele Gäste für den Ort. So entstand in Bringhausen ein Ferienhausgebiet mit 200 Häusern. Drei Campingplätze mit 200 Wohnwagen und zahlreiche  Ferienwohnungen und Gästebetten. Bringhausen ist aufgrund der zentralen Lage, im Herzen des Nationalparks der ideale Ausgangspunkt für Rad- und Wandertouren. In der Bringhäuser Bucht kommen Wasserratten ganz auf Ihre Kosten. In der Badebucht befinden sich auch eine Surfschule und ein Bootsverleih mit Minigolf sowie Gastronomiebetriebe. Die Anlegestelle der Ederseeschiffahrt lässt sich für ausgedehnte Streifzüge mit einbeziehen. Bringhausen ist bei Seglern und Anglern sehr beliebt, da sich der ganze Edersee von hier aus mit dem Boot gut erreichen lässt.

Eine Besonderheit ist die Kirche aus dem Jahr 1726 mit dem Palmenaltar. Die Kirche wurde im alten Dorf abgetragen und etwas kleiner im neuen Dorf wieder aufgebaut. (siehe unten Ev. Kirche Bringhausen)

                           Kirche heut                                           Kirche mit Schule früher (Foto Karl Witte)

Vom“ Fünfseenblick“ aus hat man eine tolle Fernsicht über Bringhausen, den Edersee bis hin zum Schloss Waldeck. Im Dorf wird gerne gefeiert wie z.B. Angel,- Sommer,- Back,- Dorffest und Osterfeuer.

Bei niedrigem Wasserstand sieht man heute noch die Grundmauern damaliger  Häuser und Burgreste. Die Ritterburg stand auf der heutigen Liebesinsel.

                               Die heutige Liebesinsel, früher Sitz der Burg Bring.

Burgreste, Kellergewölbe, die mit Steinplatten versehenen Grabstätten des Friedhofes und die Reste der Brücke von Bringhausen nach Scheid sind bei Niedrigwasser zu sehen. Die Dörfer Asel und Berich traf das selbe Schicksal. Man spricht deswegen auch vom Edersee-Atlantis.

Brücke Bringhausen1
                     Gesprengte Brücke Alt-Bringhausen 2016(Foto Jörg Eisenhuth)

                               Brücke Asel                           Gesprengte Brücke Alt-Bringhausen         Brückenbau (Foto Karl Witte)

      Dorfstelle Alt-Bringhausen mit Burg Bring                            Friedhofsanlagen Alt-Bringhausen

 

Sperrmauer und Edersee

Was für die Orte Bringhausen, Berich und Asel das Ende bedeutete, war für viele Menschen ein Segen. Zum Schutz des Eder,- Fulda und des Wesertal vor Hochwasser wurde 1908 bis 1914 die Edertalsperre erbaut. Die Talsperre versorgt außerdem den Mittellandkanal mit Wasser und dient zur Stromerzeugung. Ein wichtiger Faktor der erst später hinzu kam, ist der Fremdenverkehr.

Die Sperrmauer ist an der Krone 400 m und an der Sohle 300 m lang.
Die Krone ist 6 m und die Sohle 36 m stark.
Die mauer hat eine Höhe von 47 m.

Unzählige Arbeiter verbauten ca. 300.000 Kubikmeter Bruchstein.
Der Bau kostete ca. 25 Mio. Goldmark.
Der Edersee ist 27 Kilometer lang und fast ca. 202 Mio. Kubikmeter Wasser.                               

 

Ev. Kirche zu Bringhausen (Beitrag von Werner Stiehm)                                                                    

Bringhausen wurde urkundlich zum ersten Mal im Jahre 1196 erwähnt.
Über den mittelalterlichen Kirchenbau ist nichts bekannt. Man geht davon aus, dass die Vorgängerkirche ein gotischer Bau war ( Fenster über der Kirchentür ). 1726 wurde die heutige, barocke Kirche unter Baumeister Julius Ludwig Rothweil, der auch der Baumeister des Arolser Residenz – Schlosses war, errichtet. Phillipp Waldeck war zu der Zeit Pfarrer in Bringhausen. Seine Grabplatte ist der Kirche erhalten. Als das Dorf dem Edersee weichen musste, wurde die Kirche im Jahre 1914 abgetragen und ein wenig verkleinert ( Niedriger und kürzer ) im neuen Bringhausen wieder aufgebaut.

Interessant ist der Kanzelaufbau.
Auf 4 Palmsäulen ruht ein großer, rechteckiger, reich verzierter Podest, der Kanzelkorb und Schalldeckel trägt. Der Kanzelaufbau ist um 1680 geschaffen und der Helsener Kirche nachempfunden. Die eigenwillige Form geht auf den
Wahlspruch des Fürsten Georg Friedrich zurück der da heißt

“ Palmas Sup Pondere Crescit “ und bedeutet

“ Die Palme wächst unter der Last “.

Ein Kruzifix, vermutlich aus dem 14. Jahrhundert ging in den Nachkriegswirren verloren wurde aber später wieder aufgefunden. 1956 wurde die Kirche um 4 Kunstschätze reicher. Die Kunstmalerin Hildegard Ferber schuf für das Langhaus 4 Glasfenster mit farbigen Einlagen aus dem Leben Jesu:

Geburt, Taufe, Salbung in Bethanien und die Auferstehung.

Gestiftet wurden diese Fenster von einem Gönner unseres Dorfes, dem Deutsch – Amerikaner Walter Mangel, der während seiner Deutschlandaufenthalte in Bringhausen wohnte. Die Orgel der Kirche stammt aus dem Jahre 1888 und wurde vom Orgelbauer Voigt aus Korbach gebaut. 1962 wurde der Blasebalg, den bis dahin der Küster oder die Konfirmanden bedienten, durch ein elektrisches Gebläse ersetzt. Bei dieser Gelegenheit erhielt die Kirche eine Kraftstromanlage. Die Bronzeglocke überlebte beide Weltkriege. Auf ihrer Haube steht die Inschrift  “ Soli Deo Gloria “. Der bedeutendste Pfarrer in der Bringhäuser Kirchengeschichte war wohl Pfarrer Herrmann Kernekamp ( 1548 – 1580 ). Er ist der Schöpfer der Bringhäuser Agende. Das ist ein 292 Seiten umfassendes Buch in Großformats. Es ist in einem Holzdeckel mit gepresstem Leder und Messing – Beschlägen gebunden. Der Band enthält:

Edertal - Bringhausen

Geschichte

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